TALK IM BAHNHOF | Digitalisierung: die wahren Ausmaße haben wir noch nicht gesehen.

“Die Digitalisierung wird vor keiner Branche haltmachen. Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert. Wer sich damit beschäftigt, weiß, das sind keine Neuigkeiten. Die Digitalisierung wird aber enorme Auswirkungen auf die Arbeitswelten haben. Nicht nur dass Roboter und künstliche Intelligenzsysteme Arbeitsplätze vernichten (Assistenten, Rechtsanwälte, Ärzte, u.v.m.), das frei werdende menschliche Potential wird zurzeit nur eine Kostenreduktion betrachtet. Es gibt mittlerweile digitale Logopäden, die bereits heute 4x effizienter sein wollen, als richtige Menschen. Die Betrachtung der besonderen menschlichen Eigenschaften wie Empathie, Kreativität und Anpassungsfähigkeit bleiben dabei ungenutzt.”  Cem Ergün-Müller (9.5.2017 auf LinkedIn)

 

Cem Ergün-MüllerDer in Mailand, Italien, geborene Cem Ergün-Müller ist Leiter der Digital Open Space bei der Deutschen Telekom AG. Als Innovationsmanager ist es sein Hauptziel, das Innovationsnetzwerk des Unternehmens
über alle Bereiche zu erweitern. Co-Creation und Co-Innovation mit anderen Unternehmen ist eine zusätzliche Aufgabe.
Er war Leiter Kommunikation und Mitglied des Managementteams von T-Labs (Telekom Innovation Laboratories), Geschäftsführer von Connected Living und ist der Gründer von Startupnight (Lange Nacht der Startups, Europas größtes Startup Event mit 5000+ Teilnehmern und 250+Startups).
Cem Ergün-Müller hat einen Master in Enterprise Management von der Henley Management School der University of Reading in England.

 

Freitag, 30. Juni 2017 um 19 Uhr.
WAfM Wirtschaftsakademie

Am Bahngleis 1 | 30900 Wedemark

kostenfrei / um Anmeldung wird gebeten

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Ein Gedankenspiel

Eine kurze Geschichte, die ich zuerst von Erik Brynjolffsson und Andrew McAfee, beide MIT Wissenschaftler gelesen habe:

Die Reiskornlegende ist Ihnen wahrscheinlich ein Begriff. Sie besagt, dass der Erfinder des Schachspiels, Sissa ibn Dahir, sein Spiel zum Kaiser von Indien brachte. Der Kaiser zeigte sich sehr beeindruckt von der Schönheit und Eleganz des Schachspiels, so dass er Sissa anbot, sich selbst eine Belohnung zu wählen.

Dieser antwortete: “Majestät, ich bin ein bescheidener Mann. Das einzige, was ich möchte, ist ein Häufchen Reis.” Er wünschte sich ein Reiskorn auf dem ersten Feld, die doppelte Menge auf dem zweiten Feld, also zwei, auf das dritte wieder die doppelte Menge, also vier und so weiter.
Der Kaiser willigte ein.
Sie sehen wahrscheinlich schon, in welches Problem sich der Kaiser bugsiert hat!

Das stete Verdoppeln erreicht Größenordnungen, die man sich kaum vorstellen kann:
Nach 32 Feldern liegen auf dem Schachbrett 2.147.483.648 Reiskörner. Das entspricht in etwa der Ernte eines großen Reisfeldes. Aber erst in der zweiten Hälfte des Schachbretts wird es so richtig spannend: Wenn das letzte Feld erreicht ist, liegt dort ein Haufen Reis mit 9.223.372.036.854.780.000 Reiskörnern. Das entspräche dem Mount Everest aus Reis. Das ist mehr Reis, als je von der gesamten Menschheit produziert worden sein soll. Für Sissa allerdings soll die Geschichte nicht gut ausgegangen sein: als der Kaiser herausfand, dass er ausgetrickst wurde, hat er ihn kurzerhand köpfen lassen.

 

Was können wir daraus in Bezug auf die digitale Transformation schließen?

US amerikanische Unternehmen investieren seit 1958 in Informationstechnologien. Wenn wir die Verdopplungsrate aus Moore´s Law (“Die Prozessor-Leistung für Computer verdoppelt sich alle 18 Monate.”)  zugrunde legen, dann 32 Verdopplungsphasen seit 1958 rechnen, so sehen wir, dass wir die zweite Hälfte des Digitalen Schachbretts bereits 2006 betreten haben.

Seit 2006 haben wir folgendes gesehen:

Die Explosion von Social Media

Die Ankunft von Smartphones und Tablets

Computer, die Autos fahren können

Humanoide Roboter in Fabriken

Und mehr…

Sind wir also in einer neuen exponentiellen, digitalen Phase angekommen? Haben wir die zweite Hälfte des Schachbretts betreten in Bezug auf die Kräfte und Auswirkungen der digitalen Technologien?

Wer diese Frage mit einem Ja beantwortet, muss sich über folgendes klar sein:

Die wahren Ausmaße haben wir noch nicht gesehen.  

 

Staunen Sie mit uns.

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter 05130 – 584 920.

Wir freuen uns auf lebhafte Gespräche mit Ihnen im Anschluss an den Vortrag.

Ihr Team von der WAfM

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